Die Genealogie der gefransten Taglilien
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Daniel Matton |
Judy Duthu |
John Kulpa |
Lisa Klette |
Richard Akers |
David Dekort |
John Kulpa |
Daniel Matton |
Abb. 1 Sämlinge gefranster Taglilien, die im Jahre 2011 von ausgewählten Züchtern erlangt wurden.
Anstelle eines Mottos für die vorliegende Abhandlung habe ich mich der Bilder nicht registrierter Sämlinge von Taglilien bedient, die im Jahre 2011 von einigen Züchtern präsentiert wurden, die auf die besprochene Zuchtrichtung eingestellt sind (Abb. 1). Man kann diese Präsentation ohne einen Kommentar belassen. Ich bin überzeugt, dass jeder, der Taglilien anbaut, die Quintessenz innovativer, origineller und bezaubernder Modifikationen im Aussehen der Blüten, mit denen wir uns täglich umgeben, in dieser Galerie ohne Mühe erkennen kann. Sie wurden in der letzten Zeit in dieser Form zur Sehnsucht von Zierpflanzenliebhabern, zum Traum von Verehrern blühender Gärten, zur Hoffnung und zur Erwartung von Züchtern.
Die Motivation für die Entscheidung zu dieser Abhandlung
Für die Entscheidung zu dieser Abhandlung haben mich mehrere Gründe bewogen:
– die unerhört faszinierende und fesselnde Richtung in der Zucht von Taglilien, die die Einführung neuer, origineller und ungewöhnlich attraktiver Tagliliensorten mit zerfransten Blütenblatträndern erlaubt,
– die Errungenschaften von Züchtern, die diese Richtung der Zuchtarbeiten im Laufe der letzten Jahre eingeschlagen haben und die der höchsten Anerkennung würdig sind,
– der bedeutende Anteil von Dormanten auf dem Gebiet gekreuzter Pflanzen aus dieser Zuchtrichtung, was günstige Bedingungen für diesen Typ züchterischer Unternehmungen in unserer Klimazone schafft.
Das Quellenmaterial
Das Entstehen der vorliegenden Abhandlung war kein leichtes Unterfangen. Auf der Suche nach Antworten auf die Frage, worauf die Eigenschaft ausgefranster Blütenblattränder zurückgeht, habe ich die Stammbäume vieler zeitgenössischer Sorten zurückverfolgt, die mit dieser Eigenschaft ausgestattet sind, als auch der, die aus dem Fokus der züchterischen Interessen herausgefallen sind. Die Forschungen waren an Bildern von Taglilien und oft mit Mühe in den Winkeln von Internetbeständen entdeckten Informationen angelehnt. Die Beschreibungen der Tagliliensorten enthielten viele Jahre lang keine Beschreibungen des Aussehens der äußeren Blütenblattränder, selbst dann, wenn sie einmalig und bezaubernd originell waren. Unter diesen Bedingungen waren mehrfach lediglich zugängliche Bilder die Grundlage der Bestimmungen. Das Monopolisieren der Bestände an fotografischer Dokumentation durch einige Besitzer von Bildern einzigartiger Sorten erleichterte das Sammeln von Material nicht. Ich bin auch auf keinerlei Abhandlung gestoßen, welche ein Versuch der Katalogisierung gefranster Taglilien wäre, die in den Registern dieser Pflanzen im weiteren Laufe der Zeit und des Zuchtfortschrittes erscheinen.
Das unter diesen Umständen zusammengetragene Material kann mit Sicherheit weder perfekt, frei von Mängeln, Versehen oder Auslassungen sein, noch eine Grundlage zu fachlich verbindlichen Bestimmungen darstellen.
Ich kommentiere das Thema der biologischen Genese der gefransten Taglilien und spekuliere über Thema der Zuchtlinien ausgewählter Sorten im völligen Bewusstsein der obigen Vorbehalte.
Die Daten zum Thema der gefransten Taglilien erlangte ich aus den folgenden Informationsbeständen:
Tinker’s Garden Datebase http://db.tinkersgardens.com/,
AHS Online Cultivar Datebase http://www.daylilies.org/DaylilyDB/,
Garden Web Dayliliy Forum http://forums.gardenweb.com/forums/daylily/,
Daylily Blog on Teeth Hybridizing http://www.daylilyblogger.com/,
Growing Daylilies Together http://www.mydaylilies.com/
Dave’s Garden Cultivar Finder http://davesgarden.com/guides/pf/finder/cultivars.php?sname=Daylilies&choice=A
Daylily Sweetheart Photos by Andrea Weaver http://jeepxj.com/brad/sweetheart/reckamp1.html
Brother Charles Reckamp Daylilies by Sandy Houck
http://www.angelfire.com/ny4/shouck/hems/ReckampMasterList.htm
Definition und Namenskunde
Die Bezeichnung „gefranste Taglilien“ ist in der polnischen Pflanzennamenskunde ein neuartiger, nicht verpflichtender Terminus – man kann sogar sagen, dass er eine gewisse Art unberechtigter Willkür meinerseits ist. Ich habe ihn in der vorliegenden Abhandlung angewandt, und übrigens nur zu seiner Verwendung bewusst, um die Gruppe von Taglilien zu definieren, über die ich zu schreiben beabsichtige. Ich habe mich dabei der aus der Klassifizierung der Tulpen entnommenen Terminologie bedient, in der die Blüten mit zerfransten Blütenblatträndern eine eigene Gruppe von Pflanzen darstellen und als (gefranste, krausblätterige, frisierte) „Crisp“-Tulpen definiert werden, Abb. 2.
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Abb. 2 Tulpen aus der „Crisp“-Kategorie.
In der Quellliteratur habe ich keinen formalen Vorschlag zur Isolierung der Tagliliengruppe mit ausgefransten Blütenblatträndern in einer eigenen Pflanzenkategorie angetroffen. Wie auch immer existieren Beweise, dass diese Gruppe als eine andere Qualität wahrgenommen wird, welche nach besonderer Aufmerksamkeit und Hervorhebung verdient. Eine Bestätigung des Letzteren ist der sich eines großen Erfolges erfreuende Blog „Daylily Blog on Teeth Hybridizing“ (http://www.daylilyblogger.com/), der von Sandy und Mike Holms geführt wird.
In der englischen Namenskunde gibt es keinen einheitlichen Namen für diese Kategorie von Taglilien. Der am häufigsten verwendete Name „teeth daylilies“ ist insofern unpräzise, als dass eine immer größere Zahl von Taglilien dieser Kategorie, die zur Registrierung gebracht werden, Blüten haben, die durch eine anatomische Änderung ihres Aussehens schon seit langem aufhörten, Assoziationen mit Zähnen (engl. teeth – Zähne) zu erregen.
Die Anatomie der gefransten Blütenblattenden
Die Bezeichnung „gefranste“ Taglilien hat eine universelle Bedeutung und passt zu jedem Typ des Baus von Blütenblättern, deren äußere Ränder in der Horizontalen in Bezug zu ihrer Fläche zahlreiche, mehr oder weniger tiefe und scharfe Knicke bilden. Eine nähere Analyse des anatomischen Baus von gefransten Taglilien zeigt, dass diese Eigenschaft – ganz gewiss genetisch bedingt – nicht homogen ist und zumindest in zwei Grundvarianten auftritt (Abb. 3).
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Yuma |
Alliquippa Baxter |
Charlie |
Tickle Me Elmo |
Crowning Achievment |
Robes for the Queen |
Bristling Fury |
Eagles Gift |
Abb. 3 Die zwei anatomischen Grundvarianten gefranster Blütenblattenden
Diese zwei Varianten sind die historisch ältesten und man kann mit großer Wahrscheinlichkeit annehmen, dass gerade sie zum Ausgangspunkt für weitere anatomische Modifikationen im Aussehen der äußeren Blütenblätter der Taglilie wurden, die im Laufe der Zeit und des Zuchtfortschrittes erschienen. Die erste Variante (Abb. 3 obere Bilderreihe), die eine anatomische Verlängerung der glatten Blütenblattfläche mit zahlreichen, in einer Palisade angeordneten abgerundeten Fortsätzen darstellt, tritt bei Sorten auf, die die Stammeltern der gefransten Taglilien (Yuma, Charlie) sind. Sie erschienen auch als erste in der langen Geschichte der Entwicklung der Taglilienzucht.
Die zweite Variante (Abb. 3 untere Bilderreihe) stellt Blütenblattzahnrandenden dar, die mit ihrem Aussehen an die Zähne einer Säge erinnern. Aufgrund historischer Forschungen im Bereich der Taglilienzucht kann man mit großer Wahrscheinlichkeit annehmen, dass die Stammeltern dieser anatomischen Variante die Sorten Lin Wright und Mort´s Masterpiece waren.
Die in den folgenden Jahren erschienenen Sorten von gefransten Taglilien stellten das Bild verschiedenartiger ausgefranster Strukturen dar, bei denen es am häufigsten ohne Mühe möglich war, eine Kompilation der zwei eingangs genannten Ausgangsformen zu erkennen (Abb. 4 obere Bilderreihe).
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Forestlake Briar Path |
Gothic Finery |
Glowing Quasar |
Pins and Needles |
Icicles |
Deadliest Catch |
Dario Bergemann |
Fantastic Fringe |
Abb. 4 Andere anatomische Formen von gefransten Taglilienblütenblattenden
Die letzten Jahre brachten – ganz gewiss als Ergebnis von Mutationen eines Genes (von Genen), die für das anatomische Aussehen der äußeren Enden der Blütenblattränder verantwortlich sind – eine weitere, bisher einmalige anatomische Variante in Form von langen, fadenförmigen Fortsätzen vor, die den äußeren Rand der Blütenblätter schmücken (Abb. 4 untere Bilderreihe).
Es scheint, dass gegenwärtig die Assoziation der gefransten Verzierung der Ränder der Taglilienblütenblätter mit klassischen Rüschen zu erwarten ist, obwohl das gewiss nicht der einzige Weg zur Gewinnung von außergewöhnlichen Lösungen ist. Davon zeugen einige Effekte, die in der letzten Zeit erlangt wurden und die die Grenzen des Vorhersehbaren und Vorstellbaren überstritten haben (Abb. 5).
Siewka Gossarda |
Pleats for Laura |
Siewka Akersa |
Siewka Emmerich |
Abb. 5 Außergewöhnliche Strukturen von Petalenrändern gefranster Taglilien
Die Geschichte der Zucht gefranster Tagliliensorten
Indem man sich auf Taglilienzuchtunterlagen stützt, kann man mit großer Wahrscheinlichkeit feststellen, dass der Geburtsort der gefransten Taglilien der Garten des amerikanischen Züchters Charles Reckamps war. Die außergewöhnliche Persönlichkeit und der Farbenreichtum dieser Gestalt gibt dieser Assoziation eine symbolische Größe.
Charles Reckamp wurde im Jahre 1905 in einer Kleinstadt nordwestlich von St. Louis im Bundesstaat Missouri in den Vereinigten Staaten von Amerika geboren. Nach dem Tode der Mutter heiratete sein Vater erneut und als Ergebnis dieser Beziehung war er eines von zwölf Kindern der neuen Ehe.
Die Beobachtung des Ordenslebens in der Nachbarschaft seines Hauses hatte einen Einfluss auf die Wahl des Lebensweges des jungen Charles. Im Alter von 22 Jahren trat er dem Missionarsorden Divine Word bei, und unter dem Einfluss seines Biologieprofessors begann er, sein gärtnerisches Interesse zu entwickeln. Das Ziel, das der Entwicklung des Gartens vorschwebte, war die Schaffung eines zur Unterstützung des Ordens Einkünfte erwirtschaftendes Handelsunternehmens.
Seit dieser Zeit wurde, als die Jahre vorübergingen, Bruder Charles Reckamp zu einem immer höher angesehenen Gärtner, und sein Interesse an der Kreuzung von Taglilien und an der Einführung von tetraploiden Liliensorten in die Zucht brachten ihm eine große Popularität unter den bekannten zeitgenössischen Züchtern wie Orville Fay, David Hall oder Dr. Robert Griesbach ein. Sein engster Mitarbeiter jedoch wurde Roy Klehm, welcher der Co-Autor vieler der 240 registrierten Sorten war.
Der Garten Reckamps, der mit der Zeit zu einer mehrere Hektar umfassenden Farm wuchs, wurde ein Ort intensiver Zuchtarbeiten mit unmessbaren Möglichkeiten von Assoziationen von Pflanzenpartnern und Programmlösungen. Über viele Jahre hinweg konzentrierten sie sich hauptsächlich auf die Perfektionierung des anatomischen Baus sowie der Farben von Taglilienblüten (Abb. 6).
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Angel’s Delight |
Heavenly Trasure |
Priceless Pearl |
Heavenly Crown |
Peace Sweet Peace |
Angel’s Smile |
Heavens Trophy |
Techny Peach Lace |
Abb. 6 Sorten von gefransten Taglilien von Reckamp/Klehm, die im Jahrzehnt 1978 – 1988 registriert wurden
Schaut man sich, indem man die Namen, Bilder und Beschreibungen der registrierten Sorten kennenlernt, das Schaffen Reckamps an, kommt nicht der Eindruck auf, dass die Eigenschaft gefranster Blütenblattenden in der damaligen Zeit als etwas besonders Exponiertes oder der Aufmerksamkeit würdig angesehen wurde.
Sie traten recht oft unter den vielseitig miteinander gekreuzten Pflanzen auf, am häufigsten diskret, in Gestalt eines ungleichmäßigen, drapierten Randes an den äußeren Petalenrändern. Beschreibungen der damals registrierten Sorten enthielten keine Charakteristik dieser Eigenschaften, und eine Zurückverfolgung der Zuchtlinien war wegen fehlender Informationen hinsichtlich der Elternformen oft unmöglich.
Man kann jedoch bemerken, dass unter den von Reckamp/Klehm registrierten Sorten im Jahrzehnt 1978 – 88 phänotypische Eigenschaften der Taglilienblüten auf die Gegenwart des Gens hinwiesen, dass ein gefranstes Ende der Petalenränder unter den angebauten Pflanzen bedingt. Es ist heute schwer zu ergründen woher, aber man kann mit vollkommener Sicherheit feststellen, dass dieses Gen im Garten Reckamps einfach ständig anwesend war. Es passierte nicht nur einmal, dass es aus der Kreuzung zweier Taglilien, die frei von Eigenschaften gefranster Petalenenden waren, z. B. Tender Shephered x Divine Gift, deutlich bei einem Nachkommen (Little Flock) erschienen ist (Abb. 7).
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Tender Shepherd |
x Divine Gift |
Little Flock |
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Abb. 7 Die Herkunft der Sorte „Little Flock“
Heute kann man es als sicher annehmen, dass die Taglilien Reckamps/Klehms der Geburtsort und die genetische Quelle gefranster Taglilien ist. Sie treten im Stammbaum vieler gegenwärtig anerkannter Sorten auf, und sie haben einen festen Platz in der Geschichte dieser Zuchtrichtung.
My Sunshine
Indem ich den Kandidaten für den symbolischen Vater der gefransten Taglilien suchte, fiel meine Wahl auf die Sorte My Sunshine, die von Reckamp/Kehl im Jahre 1978 registriert wurde. Die Nachkommen der Sorte My Sunshine waren 6 Sorten, von denen drei – Heavens Trophy, Peace Sweet Peace und Startle – die Eigenschaft gefranster Petalen besaßen.
Nur eine der Genannten wurde vom Schicksal, das ihr den Weg zu einer großen züchterischen Karriere ebnete, besonders geküsst. Es war die von Belden im Jahre 1988 registrierte Sorte Startle (Broadmore Red x My Sunshine). Sie wurde zum Meilenstein in der Entwicklung der Zucht gefranster Taglilien. Sie war nämlich die erste gefranste Taglilie in roter Farbe, wodurch sie die farbliche Monotonie der Sorten Reckamps/Kehls, die hauptsächlich auf Sorten in Gelb, Organe und Apricotfarbe beschränkt war, revolutionierte (Abb. 8).
Bedeutend geringere, jedoch sichtbare Erfolge kann man der Sorte Peace Sweet Peace zuschreiben. Mithilfe ihres Nachkommens (Techny Peach Lace) wurde das Gen der gefransten Petalenenden auf vier Sorten – Art Gallery Fringe, Enchanted April, Josephine Barsocchi und Seneca Jewel – übertragen. Dies illustriert die untere Abbildung (Abb. 8).

Abb. 8 Zuchtlinie der Sorte My Sunshine
Unter ihnen diente nur die Sorte Enchanted April (Techny Peach x Wedding Band), die von Trimmer im Jahre 1993 registriert wurde, den Züchtern zu weiteren Zuchtarbeiten. Unter den 58 Sorten, die ihre Nachkommenschaft darstellen, fanden sich solche, welche in der Chronik der Zucht von gefransten Taglilien heute zu den Modellerrungenschaften gehören (Heavenly Pink Fang, Puffer Fish). Es bleibt ein Geheimnis, was die Ursache war, dass die nicht weniger attraktive Schwester der Sorte – Enchanted April – außerhalb der züchterischen Interessen blieb und überhaupt keinen Nachkommen erleben konnte. Es lohnt darauf hinzuweisen, dass Trimmer durch die Sorte Enchanted April die Farbe Rosa in die Zucht von gefransten Taglilien eingeführt hat (Abb. 8).
Unter den 39 Sorten, die die Nachkommenschaft der Sorte Startle darstellen, nehmen heute viele einen bedeutenden Platz auf der Liste der züchterischen Errungenschaften im Bereich der gefransten Taglilien ein (Abb. 9).
Abb. 9 Anteil der Sorte My Sunshine an der Transmission des Gens der gefransten Blütenblattränder. (Mit roter Farbe wurde die Gegenwart in der Sorte der gefransten Petalenränder gekennzeichnet. In Klammern wurde die Anzahl der Sorten der Nachkommenschaft angegeben. In den rechteckigen Feldern wurden die Namen der gefransten Sorten angegeben, der Name des Züchters und das Jahr der Registrierung.)
Die unten dargestellte Übersicht von gefransten Taglilien, die von der Zuchtlinie der Sorte My Sunshine abstammen, erlaubt es, die Rolle zu bewerten, welche sie bei den Errungenschaften und in der Entwicklung dieser Zuchtrichtung spielte (Abb. 10).
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Latin Expression (2000) |
Heavenly Beginnings (2001) |
Buz Saw (2003) |
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Heavenly Pink Fang (2004) |
Camelot Sunshine (2004) |
White Fang (2004) |
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Braided Starburst (2005) |
Shirley Farmer (2005) |
Puffer Fish (2006) |
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Alan Lane (2007) |
Silence of the Lambs (2008) |
Susan Ruoff (2009) |
Abb. 10 Ausgewählte Sorten gefranster Taglilien der gezüchteten Lilie My Sunshine
Forestlake Ragamuffin
Die Chronologie der Ereignisse einhaltend, war die Einführung der Sorte Forestlake Ragamuffin (Decatur Piecrust x (Sdlg. X (Lahaina x Yuma)) durch Harding im Jahre 1993 ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der Zucht gefranster Taglilien.
Rückwärtsgehend gelang es nicht, irgendwelche wesentlichen Feststellungen über die Herkunft des Gens, das die gefransten Enden der Petalen in den Generationen bedingt, die mit den Eltern der Sorte Forestlake Ragamuffin verbunden sind, zu gewinnen.
Die Eltern der Sorte Decatur Piecrust – Waving Winds x Round Table – waren, ähnlich wie ihre äußerst zahlreiche Nachkommenschaft – Waving Winds (4), Round Table (23) –, dieser Eigenschaft beraubt. Die Herkunft des Gens der gefransten Petalenenden in der Sorte Yuma zeigte sich ebenfalls unmöglich zu bestimmen. Die Eltern der Sorte – Maja x Kananii – wie auch die Nachkommenschaft beider Elternsorten – Maja (69), Kanani (2) – haben diese Eigenschaft auf deutliche Weise nicht offenbart.
Unabhängig von der beschriebenen Schwierigkeit bei der Bestimmung der Primärquelle der Eigenschaft der gefransten Blütenblattenden kann man für beide Elternformen der Sorte Forestlake Raggamuffin feststellen, dass beide Elternformen, die mit der Eigenschaft ausgestattet waren, welche auf einander aufgebracht waren, den Genotyp eines außerordentlichen Werts in Forestlake Ragamuffin kodierten (Abb. 11).
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Abb. 11 Genealogie der Sorte Forestlake Ragamuffin
Betrachtet man sowohl die Vielzahl der Sorten, die unter Teilnahme von Forestlake Ragamuffin gewonnen wurden, als auch ihren dekorativen Wert, ist es schwer zu glauben, dass seit der Zeit ihrer Registrierung im Jahre 1993 zur Zeit des Erscheinens von Sorten mit ihrem Anteil, die von anderen Züchtern als dem Autoren der Sorte gewonnen wurden, 10 Jahre vergehen mussten.
Denn erst im Jahre 2003 begann der triumphale Zug von Forestlake Ragamuffin durch die Gärten der Züchter, und jedes weitere Jahr erscheinende Sorten mit ihrem Anteil bestätigten das Phänomen des genetischen Gesichts der Pflanze und der Rolle, welche sie bei der Kreierung von gefransten Taglilien spielte (Abb. 12).

Abb. 12 Anteil der Sorte Forestlake Raggamuffin an der Transmission des Gens der gefransten Blütenblattränder. (Mit roter Farbe wurde die Gegenwart in der Sorte der gefransten Petalenränder gekennzeichnet. In Klammern wurde die Zahl der Sorten der Nachkommenschaft angegeben. In den rechteckigen Feldern wurden die Namen der gefransten Sorten angegeben, der Name des Züchters und das Jahr der Registrierung.)
Eine oberflächliche Übersicht dieses Weges illustrieren die unteren Beispiele (Abb. 13).
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Heavenly Pink Fang (2004 |
Paula Nettles (2005) |
Saber Tooth Tiger (2005) |
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Bass Gibson (2006) |
I Wanna Piranha (2006) |
Mary Lena (2006) |
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Putter Fish (2006) |
Fairfield Tooth Fairy (2007) |
Horny Devil (2007) |
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Ruckus (2007) |
Venus Flytrap (2007) |
Bristling Fury (2008) |
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Reap the Whirlwind (2008) |
Silence of the Lamb (2008) |
Brantlee Phillips (2009) |
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Swimming With Shark (2009) |
Horns (2009) |
Pins & Needles (2010) |
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Thunder Dragon (2010) |
Dental Academy (2010) |
Swimming with Barracudas (2010) |
Abb. 13 Klone der in den Jahren 2004 – 2010 registrierten Taglilien, deren eine der Elternformen die Sorte Forestlake Ragamuffin war.
Baracuda Bay
Die dritte Taglilie, außer den Sorten My Sunshine und Forestlake Raggamuffin, welche einen dokumentierten und unwidersprochenen Anteil an der Entwicklung der gefranste Petalenränder fördernde Zucht hat, ist die von Salter im Jahre 1996 eingeführte Sorte Baracuda Bay. Sie entstand in der zweiten Generation der Vererbung der atypischen Eigenschaft der Petalenenden aus der Sorte Lin Wrigh durch die Sorte Mort´s Masterpiece (Abb. 14).
Es lohnt zu betonen, dass unter den 17 Sorten, die die Nachkommenschaft von Lin Wrigh darstellen, lediglich Mort´s Masterpiece diese Eigenschaft geerbt hat, und unter den 24 Sorten, die die Nachkommenschaft von Mort´s Masterpiece darstellen, hat sich die Eigenschaft der gefransten Petalenenden nur bei zwei Sorten gezeigt. Eine von ihnen war Baracuda Bay, die andere Dario Bergemann (Hansen 2004).



Abb. 14 Transmission der Gene der gefransten Petalenenden über drei Generationen hinweg: Lin Wright (I), Mort´s Masterpiece (II) und Baracuda Bay (III). (Mit roter Farbe wurde die Gegenwart in der Sorte der gefransten Petalenränder gekennzeichnet. In Klammern wurde die Zahl der Nachkommenschaft angegeben.)
Es bleibt ein Geheimnis, warum Baracuda Bay eine der Heldinnen der Entwicklung der Zucht gefranster Taglilien auf der Welt wurde, während Dario Bergemann, die hinsichtlich der anatomischen Eigenschaften vielleicht sogar attraktiver ist, in der Zucht keinerlei Rolle spielte. Man kann sogar sagen, dass sie in Vergessenheit verschwand.
Der Anteil der Sorte Baracuda Bay bei der Kreierung gefranster Taglilien ist riesig. Man verdankt ihr vor allem das Entstehen dieser Kategorie von Taglilien, deren Gefranstheit zur gängigen Bezeichnung „Haizähne“ passte (Abb. 15).

Abb. 15 Anteil der Sorte Baracuda Bay an der Transmission des Gens gefranster Blütenblattränder. (Im rechteckigen Feld wurden die Namen der gefransten Sorten, der Name des Züchters und das Jahr der Registrierung angegeben.)
Trotz des Zeitablaufs wurden die genetischen Vorzüge von Baracuda Bay unaufhörlich innerhalb zeitgenössischer Programme der Zucht von gefransten Taglilien mit unverändertem Erfolg verwendet. Eine Übersicht ihrer Nachkommenschaft ist unten dargestellt (Abb. 16).
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Baby Baracuda (2004) |
Dracula’s Smile (2005) |
Dracula’s Mistress (2005) |
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Forever Knight (2006) |
Mary Lena (2006) |
Fangs for the Memories (2007) |
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That Voodoo That You Do So Well (2007) |
Ulterior Motive (2007) |
Passage to India (2008) |
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Playful Piranha (2009) |
Darkness Reigns (2010) |
Independent Knowledge (2011) |
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Prince Vladimir (2011) |
White Tooth (2011) |
Wolf Laurel (2011) |
Abb. 16 Klone von Taglilien, die in den Jahren 2004 – 2011 registriert wurden und deren eine der Elternformen die Sorte Baracuda Bay war.
Zusammenfassung
Die Zucht der gefransten Tageslilien nähert sich ihrem Höhepunkt. In den ersten 20 Jahren, seit dem Moment des Erscheinens der ersten gefransten Taglilie, wurden von ihnen weniger (35) registriert als nur in dem einen Jahr 2011 (45).
Der unternommene Versuch der Wiedergabe der Genealogie der gefransten Taglilien unter den Bedingungen vieler tausender Kreuzungen von Pflanzen im Laufe einiger Jahrzehnte war – oft ohne eine grundlegende Dokumentation – keine leichte Aufgabe. Innerhalb der Spekulationen hat man sich der Reihenfolge der registrierten Sorten mit verfügbaren Bildern und Beschreibungen der Pflanzen bedient. Inwiefern man die dargestellte Abhandlung als glaubwürdig anerkennen kann und an welcher Stelle sie der Ergänzung oder der Berichtigung bedarf – das entscheiden die Leser.
Das Ziel der Abhandlung war es, diese Zuchtrichtung zu verbreiten sowie sie denjenigen, die am Wissen zum Thema der rationellen Auswahl der Partner zum Erreichen der vorausgesetzten Zuchtziele interessiert sind, näher zu bringen.
Es erscheint wichtig zu sein zu unterstreichen, dass eine Zurückverfolgung des anatomischen Baus der Blütenblattenden der gefransten Taglilien im Laufe der Geschichte ihrer Zucht zu der Feststellung erlaubt, dass
– sie keine einheitliche gefestigte Struktur haben
– sie sich als Ergebnis züchterischer Eingriffe anatomischen Modifikationen ergeben, die neue, ungewöhnliche Lösungen erschaffen.
Diese zwei Umstände erlauben es, mit Optimismus und Hoffnung die Kreierung weiterer morphologischer Effekte zu erwarten und die weitere Entwicklung dieser Zuchtrichtung zu verfolgen.
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